26. Februar 2008

Das Wochenende war international


Tja, eigentlich haben wir ja schon seit über ner Woche Ferien. Von wegen, dieses Mal hatte ich nicht mal ein Wochenende, aber es hat sich gelohnt. An der EST fand nämlich ein internationales Symposium zum Thema Public Theology in Latin America statt. Das war sehr interessant. Prof. em. Max Stackhouse aus Princeton und zwei Profs von der Stellenbosch University in Südafrika haben massgeblich daran teilgenommen. Am Samstag abend gab es dann ein gemeinsames Churrasco wo ich Clint, dem einen Südafrika-Prof den Caipirinha gezeigt und zu fortgeschrittener Stunde zwischen einem Prof. aus Bahía und Herrn Stackhouse englisch-portugiesisch hin- und herübersetzt. Ich das große Sprachgenie! Einladungen hab ich jetzt auch schon nach Südafrika, Princeton und Bahia ;-)

Aber auch im wissenschaftlichen Sinne wars klasse. Die Debatte über die Rolle der Theologie und der Religion im öffentlichen Diskurs wurden sehr interdisziplinär und velseitig geführt. Das war der erühmte Kick, den man immer wieder braucht. Jetzt muss ich mich aber wieder in meine Researches stürzen. Oh mann, ich muss noch soooo viel lesen ... .

hallo

Einen Monat bin ich jetzt hier...

Gestern Abend war ich in Porto Alegre, in einem Chor, der an meiner Uni einen Aushang gemacht hatte, dass er Soprane und Tenöre sucht. Da ich auch mal was außerhalb der EST machen wollte ich mich auf die 1-stündige Zugreise begeben und bin einfach mal vorbei gekommen. Die Kirche in Porto Alegre hab ich dann auch gleich gefunden. Der Chor hat etwa 20 Leute, zumindest waren die da und wir singen Vivaldi, eine deutsche Messe von Schubert und noch einiges mehr; auf jeden Fall hab ich jetzt nen ganzen Stapel Noten zum üben.Und die Leute dort sind total nett, und freuen sich alle, dass sie mit ihrer neusten, jüngsten Mitsängerin deutsch reden können. Ende April haben wir dann schon unseren ersten Auftritt.Jetzt muss das nur noch mit dem Capoeira klappen, dann bin ich schon ziemlich zufrieden.
Aber jetzt fahren Svenja und ich erst mal über Ostern nach Florianopolis, einer Insel, ein bisschen weiter nördlich. Das ist das Surf-Domizil der US-Amerikaner. Aber jetzt ist eigentlich die Saison vorbei, dann wird’s für uns auch noch ein Plätzchen am Strand haben.

Stundenplan

So, Anfang der dritten Uni-Woche ist jetzt auch mein Stundenplan fertig. Also, ich belege Einführung in die Pastorale Seelsorge(Theorie), Systematische Theologie, afro-brasilianische Geschichte und Kultur, Politícas Públicas(Sozialpol. in Brasilien) und Einführung in die Religionswissenschaft(Ein Internet-Seminar), aber alles natürlich mit praktisch-theologischem Bezug.

Rückblick




Hallo,
wieder ist ein Wochenende rum, und ich bin jetzt schon 4 fast Wochen hier. Komisch, kommt mir viel kürzer vor.
Ach, ich habe ja noch gar nicht erzählt, am Freitag vor ner Woche war ich mit Anja, unserer Schweizerin bei ner Capoeira-Promo-Veranstaltung in einer Schule. Anja hat schon in Bern Capoeira gemacht, und hat sich hier gleich einen Mestre gesucht, in dessen Schule sie schon voll integriert ist. Auf jeden Fall war ich bei dieser Veranstaltung dabei, und habe zugeschaut. Capoeira ist schon ein cooler „Kampftanz“, der sehr viel Kraft und Beweglichkeit von den „Spielern“ fordert. Der Mestre wird bald eine Zweigstelle bei uns in der Nähe aufmachen, ich glaub, dann probier ich das auch mal aus.

Am Freitag Vormittag war bei uns die Erstsemestertaufe, und ich hab’s verpasst. Von unserer Vorgängerin hier haben wir nämlich erfahren, dass jedes Semester die Anfänger hier getauft werden. Dazu graben die ältern Studenten ein Loch in die Erde und schütten dieses dann mit Wasser und Schlamm auf. Ich wusste ja schon, dass es das gibt und hab schon die ganze Zeit drauf gewartet; wir sind nämlich davon ausgegangen, dass Sie uns morgens ganz früh aus dem Bett holen, um dass zu machen. Diesmal haben sie aber die Erstsemester aus einem Kurs geholt, den alle Erstis besuchen müssen. Svenja und ich saßen zu der Zeit in der Bibliothek, und haben uns gewundert, was das für ein Lärm da draussen ist; wir dachten aber, es wäre ein Sportfest von der Schule, die hier auch zur Sinodal gehört. Als wir dann aus der Bibliothek kamen war die große Batismo schon vorbei, nur Anja ist uns schlammtriefend entgegengekommen. Das Bild ist allerdings schon nach der ersten Dusche entstandne.
Ach, manno,und ich hab’s verpasst.

Neue Handynummer

Ach und was ich euch noch sagen wollte; ich hab mir hier ne neue Handykarte zugelegt. Also falls ihr mich in Zukunft erreichen wollt, ist hier die Nummer(für Anrufe und SMS aus D): 0055-51/82088513

Bibelschule


Hallo ihr alle,
ich wollte ja eigentlich übers Wochenende an den Strand fahren, aber das wird wohl nix. Ich haben zwar meine Seminare so toll gelegt, dass ich nur Mo/Di/Mi Uni hab, aber ich hab heute mal angefangen Texte zu lesen und hab jetzt für 5 Seiten ca. 2 Stunden gebraucht. Und da ich vor habe in den Seminaren auch richtig mitzumachen, werde ich mich am WE wohl aufs lesen konzentrieren. Gerade lerne ich ganz viele, sehr theologische Wörter auf Portugiesisch, wie pecado(Sünde), esperança(Hoffnung), ressurreição(Auferstehung), oração(Gebet),... . Das bringt mir zwar für die Alltagssprache nichts, aber ich kann dann in Zukunft jeden Gottesdienst, und davon gibt es hier viele, nachvollziehen. Ich werde mir glaub ich auch demnächst mal ne portugiesische Bibel kaufen, das ich die Zitationen und, angeblich total objektiven, Interpretationen nachvollziehen kann. Am besten lerne ich auch gleich noch Griechisch, Hebräisch und Latein;-)
Zum Glück stimmt die Arbeitsatmosphäre.

So sehe ich jetzt aus.




Ich glaube, das müsste mal wieder für ne Weile reichen.

Neuer Lebensabschnitt - neue ...

... Frisur. Ich war gestern beim Frisör. ziemlich rabiat sind die hier. Die Schere hat mer gerupft als geschnitten und ich hatte des öfteren mal ne Bürste, oder nen Finger im Auge. Naja, dafür hat der Schnitt nur 21Reals gekostet, dass sind umgerechnet ca. 8 Euro, und das war noch einer von den nobleren Frisören. Echt cool, jetzt sind die Haare ab und es fühlt sich gleich viel luftiger an. Fotos gibt's leider erst nach dem Wochenende. Ihr dürft gespannt sein;-)

Pizza-Orgie


Gestern abend war ich mit Svenja, Simone und Josias Pizzaessen; das hört sich jetzt banal an läuft aber hier in Brasilien ganz anders ab als in Deutschland. Man zahlt hier einen festbetrag, und danach kommen die Bedienungen alle fünf Minuten an den Tisch und bieten dir versch. Pizzen an. Wenn dir eine gefällt, dann sagst du ja, ansonsten geht er einfach weiter. Davon kann man soviel essen, wie man will. Wenn man dann eine Karte auf dem Tisch umdreht geht es mit süßen Pizzen weiter, mit Schokolade, Obst und Früchten drauf.

Boah, mir ist jetzt noch schlecht,...aber lecker wars!

Theologen-Insiderwissen


Für alle Pfarrer, und die es einmal werden wollen; hier kann man sich ganz billig Talare, Alben und Stolen schneidern lassen, sehr geschmackvoll und knitterfrei.

Improvisorien

Tja, man muss nur kreativ sein, oder an die alten Zeiten denken, dann wird auch die Wäsche sauber, und so weiter....
Improvisorien

Brasilianische Gemütlichkeit -Teil 2-


Puh, die Warterei hat ein Ende. Eigentlich sollte ja am Montag die Uni schon anfangen. Dann haben wir aber erfahren, dass am Montag gar nichts stattfindet außer dem Eröffnungsgottesdienst am Abend. Ok, dann waren wir eben im Gottesdienst und danach was trinken im "Cachorro" - Rätselfrage: Was gibt's da wohl hauptsächlich zum Essen?

Auf jeden fall haben wir dann nach dem Gottesdienst festgestellt, dass am Dienstag, also gestern, morgens erst mal 'ne Einführungsveranstaltung ist. Da durften wir uns dann die Öffnungszeiten der Bibliothek anhören und solche Sachen. Mein Kurs in Bioethik gestern abend ist dann auch erstmal ausgefallen. Also war ich heute morgen in meiner ersten brasilianischen Uni-Veranstaltung: Einführung in die Anthropologie, ist ganz interessant. Heute abend besuche ich noch eine Veranstaltung zum Thema Politica publica, was sich dahinter wohl verbirgt? Ja und morgen hab ich erst mal wiederfrei.;-)

Ah und ich bin ganz stolz auf mich, ich habe nach der Veranstaltung heute morgen ein rchtiges Gespräch mit drei Erstsemesterjungs hier geführt. Die sind voll niedlich, weil die hier alle erst 17 sind. In unserem Alter sitzt man hier schon an seiner Abschlußarbeit.

Auf dem Bild sind wir an unserem zweiten Ersten Unitag zu sehen.

Brasilianische Gemütlichkeit

Gestern sind wir Austauschstudenten mit unserem Betreungsprofessor zur Policia Federal nach Porto Alegre gefahren. Da muss man sich als Ausländer anmelden, wenn man in Brasilien angekommen ist. Wir sind extra früh hingefahren, damit wir nicht so lange warten müssen, und haben dort sogar schon um 9:30 Uhr unsere Nummer gezogen, bevor die Zahlstelle, an der wir nochmals 190 Reals blechen mussten aufgemacht hat. Aufgerufen worden sind wir dann um 14Uhr und wirklich fertig warn wir dann um drei. Mann, war ich genervt, als wir zurück nach Sao Leopoldo gekommen sind musste ich erst mal ne Runde laufen gehen.
Ansonsten komme ich ganz gut klar mit der brasilianischen Gemütlichkeit. Bei jeder Gelegenheit wird Chimarrao getrunken und abends gibt's oft Caipirinha, der Cahaca kostet hier nur 6 Reals die Flasche.

Land und Leute

Oi,
gestern wollte ich mit Astrid, einer Austauschstudentin, die morgen nach Deutschland zurückfliegt und Eder einem Studenten von hier ins Kino, nur leider kamen wir zwei Minuten zu spät, da haben uns die Sicherheitsleute nicht mehr rein gelassen. Wir sind dann aber zur Entschädigung in eine livraria gegangen, die zum einen Kneipe/Café zum anderen Buchandlung ist, das hat echt Stil. Überall an den Wänden stehen Regal mit Büchern und in der Mitte kleine runde Holztische mit gemütlichen Korbstühlen, ich glaub, da werd’ ich öfter hingehen. Ah, und ich habe gestern zum ersten Mal Matetee getrunken. Das ist das Nationalgetränk von Rio Grande do Sul. Ein Becher wird gefüllt mit getrockneten kleingeraspelten Mateblättern und dann immer wieder mit heißem Wasser aufgegossen. Man trinkt den Becher leer, gießt ihn neu auf und gibt ihn in der Runde weiter, …ein sehr sozialer Prozess ;-)
Morgen fahren wir, also alle Austauschsstudenten zusammen, nach Porto Alegre zur Policia Federal. Dort müssen wir uns spätestens 30 Tage nach unserer Ankunft anmelden, damit die wissen, dass wir im Land sind.

Alle da!


Jetzt ist auch unsere letzte Flur-Mitbewohnerin angekommen. Anja kommt aus Bern und hat vorher drei Wochen in Sao Paulo in der Favela gearbeitet. Na toll, eine zu ¾ deutschsprachige WG, das kann ja was werden mit dem Sprache lernen. Hier wollen sowieso alle Brasilianer mit uns deutsch reden. Svenja meinte schon, wir hängen uns ein großes Schild an die Tür mit der Aufschrift „in dieser WG wird nur portugiesisch gesprochen“.
Da ich ja so ein großer Freund von Verbformen bin habe ich jetzt angefangen meine kahle Zimmerwand mit den wichtigsten Verben im Präsens und Perfekt zu tapezieren, mal sehn, ob’s was bringt.

Fotos von unserem Kurztrip nach Porto Alegre

Porto Alegre

Kulturschock

ha, von wegen deutsche Fitnesswelle, die Brasilianer sind diesbezüglich die wahren Protagonisten. Abends ab halb sechs, wimmelt es hier auf dem Gelände nur so von Walkern und Joggern, natürlich top ausgestattet, die Leggings und Radlerhosen sind hier sowieso „Nationalkleidungsstücke“, Frauen jeden Alters und jeder Statur laufen damit rum. Jeder der ein bisschen mehr Geld hat legt sich einen persönlichen Fitnesstrainer zu und gegessen wird natürlich nur des fettfrei. Es ist ziemlich schwierig im Supermarkt Milch zu finden, auf der nicht „desnatado“ draufsteht.

angekommen

Ich werde vielleicht doch lieber versuchen einen Blog betreiben um euch auf dem Laufenden zu halten. Hier werde ich reinschreiben was ich erlebe, lerne und was mich hier in Sao leopoldo bewegt. Ich werde versuchen regelmäßig hier was reinzustellen, na dann viel Spass beim lesen.